{"id":570,"date":"2013-07-18T20:27:12","date_gmt":"2013-07-18T18:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/?p=570"},"modified":"2013-07-18T20:27:12","modified_gmt":"2013-07-18T18:27:12","slug":"sind-susstoffe-appetitanregend-und-krebserzeugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/sind-susstoffe-appetitanregend-und-krebserzeugend\/","title":{"rendered":"Sind S\u00fc\u00dfstoffe appetitanregend und krebserzeugend?","gt_translate_keys":[{"key":"rendered","format":"text"}]},"content":{"rendered":"<p>Zum Thema S&uuml;&szlig;stoffe gibt es unz&auml;hlige Meinungen und Erkenntnisse. F&uuml;r die Einen sind S&uuml;&szlig;stoffe krebserregend und Ausl&ouml;ser f&uuml;r Hungerattacken. In der Wissenschaft jedoch gibt es f&uuml;r die derartige Behauptungen keine uns bekannten wissenschaftlichen Beweise. Ganz im Gegenteil. Uns liegen Studienergebnisse vor, dass S&uuml;&szlig;stoffe nicht den Insulinspiegel anheben und auf diese Weise Hunger erzeugen. Auch zur erh&ouml;hten Steigerung des Krebsrisikos liegen uns keine wissenschaftliche Beweise vor. Wissenschaftlich sind &bdquo;Horrormeldungen&ldquo; also nicht tragbar.<\/p>\n<div id=\"attachment_571\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/suessstoff-insulin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-571\" class=\"size-medium wp-image-571\" alt=\"suessstoff-insulin\" src=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/suessstoff-insulin-300x269.jpg\" width=\"300\" height=\"269\"><\/a><p id=\"caption-attachment-571\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Quelle &ndash; H&auml;rtel B., Graubaum H.-J., Schneider B., Studie &bdquo;Einfluss von S&uuml;&szlig;stoff-L&ouml;sungen auf die Insulinsekretion und den Blutglucosespiegel&ldquo;, 1993 &ndash;<br>Graphik: PAGE Werbungmarketing.design, 2\/2006<\/p><\/div>\n<p>Doch was ist dran an den Vorurteilen? Wir wissen es nicht genau. Wir gehen aber davon aus, dass durch die Alibifunktion des S&uuml;&szlig;stoffes vermehrt Kalorien aufgenommen werden. Viele Leute denken, wenn sie eine Cola Light getrunken haben, dann mit ruhigem Gewissen die T&uuml;te Chips essen zu k&ouml;nnen. Schlie&szlig;lich haben sie ja Kalorien eingespart. Oder sie essen zwei Light-Joghurts. Doch zwei Light-Joghurts haben mehr Kalorien als ein &bdquo;normaler&ldquo; Joghurt usw. usf.<\/p>\n<p>Wer auf S&uuml;&szlig;stoff aus geschmacklichen Gr&uuml;nden verzichten kann, sollte dies tun. Alle anderen sollten darauf achten nicht in die Alibi-Falle zu tappen.<\/p>\n<p>Der Verzicht auf s&uuml;&szlig;e Leckereien f&auml;llt schwer. Der Haken ist: Sie sind kalorienreich und daher als Zwischendurchsnack f&uuml;r die schlanke Linie ungeeignet. Hier bieten sich S&uuml;&szlig;stoffe als kalorienfreie Alternative an. &ndash; Sind sie es wirklich? Noch immer halten sich hartn&auml;ckig Meinungen, S&uuml;&szlig;stoffe regten den Appetit an. Andere halten sie sogar f&uuml;r krebserzeugend, Was ist dran an den warnenden Stimmen? Wie &auml;u&szlig;ert sich die Wissenschaft zu diesem Thema?<\/p>\n<h2>Gesteigertes Hungergef&uuml;hl durch S&uuml;&szlig;stoffe? &ndash; Deutsche Studie bringt Aufschluss<\/h2>\n<p>ALLEIN DER S&Uuml;SSE GESCHMACK auf der Zunge, so die S&uuml;&szlig;stoff-Kritiker, sorge f&uuml;r eine erh&ouml;hte Insulinaussch&uuml;ttung des K&ouml;rpers. Dadurch sinke der Blutzuckerspiegel mit der bekannten Folge des sich einstellenden Hungergef&uuml;hls.<\/p>\n<p>Diesem Thema widmete sich 1988 der Psychologe J. E. Blundell in einer Studie. Testpersonen erhielten ein so genanntes preload (w&auml;ssrige Aspartam<sup>1<\/sup>-L&ouml;sung und Saccharin<sup>2<\/sup>&ndash; ges&uuml;&szlig;ten Jogurt) vor der eigentlichen Mahlzeit verabreicht. Die S&uuml;&szlig;stoffgruppe gab nach der Verabreichung der w&auml;ssrigen L&ouml;sung mit dem S&uuml;&szlig;stoff Aspartam im Vergleich zur Zucker &ndash; Kontrollgruppe an, ein st&auml;rkeres Hungergef&uuml;hl zu versp&uuml;ren.<sup>3,4<\/sup><\/p>\n<p>*Den Verzehr des mit Saccharin ges&uuml;&szlig;ten Joghurts quittierte die S&uuml;&szlig;stoffgruppe laut Beobachtungen Blundells mit einer erh&ouml;hten Nahrungsaufnahme.<sup>5<\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_572\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Zucker-Suessstoff-Vergleich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-572\" class=\"size-medium wp-image-572\" alt=\"Zucker-Suessstoff-Vergleich\" src=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Zucker-Suessstoff-Vergleich-300x112.jpg\" width=\"300\" height=\"112\"><\/a><p id=\"caption-attachment-572\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Quelle &ndash; Gesellschaft f&uuml;r Ern&auml;hrungsmedizin und Di&auml;tetik e.V., 2006 &ndash; Graphik: PAGE Werbungmarketing.design, 2\/2006<\/p><\/div>\n<p>Blundell vermutete, dass der Organismus, angeregt durch den s&uuml;&szlig;en Geschmack, &bdquo;reflexartig&ldquo; das Hormon Insulin aussch&uuml;tten w&uuml;rde. Da durch S&uuml;&szlig;stoffe jedoch kein Zucker geliefert wird, k&auml;me es so zu einem Abfall des Blutzuckerspiegels und einem verst&auml;rkten Hungergef&uuml;hl. Diese angeblich ausgel&ouml;ste so genannte cephalische Insulinsekretion wurde nur vermutet und nicht wissenschaftlich belegt. In einer anderen Arbeit &uuml;ber eine w&auml;ssrige Aspartam-L&ouml;sung konnte Blundell die genannten Effekte nicht best&auml;tigen.<sup>6<\/sup><\/p>\n<p>Zahlreiche u.a. in Deutschland durchgef&uuml;hrte Untersuchungen teilen Blundells urspr&uuml;ngliche Annahmen nicht. Dr. B. H&auml;rtel und Dr. habil. H. J. Graubaum von der Europ&auml;ischen Gesellschaft f&uuml;r &Ouml;kologie und Medizin, Berlin, sowie Prof. Dr. B. Schneider von der Medizinischen Hochschule Hannover testeten 1993 mit 14 gesunden Personen. Die acht Frauen uns sechs M&auml;nner im Alter zwischen 19 und 52 Jahren tranken in Wasser gel&ouml;ste Proben der S&uuml;&szlig;stoffe Aspartam, Acesulfom, Caclamat, Saccharin sowie eine in Wasser gel&ouml;ste Probe mit Saccharose (Rohr- oder R&uuml;benzucker). Ihre Studienergenisse zeigen, dass s&auml;mtliche an die Testpersonen verbreichten S&uuml;&szlig;stoffe in einem Beobachtungszeitraum von zwei Stunden keine Ver&auml;nderungen des Insulinspiegels oder des Blutzuckerspiegels bewirkten (siehe Abbildungen 1 und 2).<sup>7<\/sup> Einzig Zucker (Saccharose) lie&szlig; deutliche hungerf&ouml;rdernde Wirkungen erkennen.<\/p>\n<p>H&auml;rtel, Graubaum und Schneider &auml;u&szlig;erten sich auch zu Blundells Beobachtungen. Sie f&uuml;hrten ein st&auml;rkeres Hungergef&uuml;hl bzw. eine erh&ouml;hte Nahrungsaufnahme schlicht darauf zur&uuml;ck, &bdquo;&hellip;dass zum Teil S&uuml;&szlig;stoffe in Lebensmitteln und Getr&auml;nken verabreicht wurden, die ihrerseits f&uuml;r eine cephalische Insulinsekretion verantwortlich sein k&ouml;nnen.&ldquo;<sup>8<\/sup> Sprich: Blundell verwendete eventuell zuckerhaltige Lebensmittel und Getr&auml;nke als &bdquo;Tr&auml;gernahrung&ldquo;.<\/p>\n<h3>Fazit: S&uuml;&szlig;stoffe erzeugen kein Hungergef&uuml;hl<\/h3>\n<div id=\"attachment_573\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Blutzuckerspiegel-Vergleich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-573\" class=\"size-medium wp-image-573\" alt=\"Blutzuckerspiegel-Vergleich\" src=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Blutzuckerspiegel-Vergleich-300x270.jpg\" width=\"300\" height=\"270\"><\/a><p id=\"caption-attachment-573\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Quelle &ndash; H&auml;rtel B., Graubaum H.-J., Schneider B., Studie &bdquo;Einfluss von S&uuml;&szlig;stoff-L&ouml;sungen auf die Insulinsekretion und den Blutglucosespiegel&ldquo;, 1993 &ndash;<br>Graphik: PAGE Werbungmarketing.design, 2\/2006<\/p><\/div>\n<p>Ein Hungergef&uuml;hl kann nach Beobachtung der deutschen Wissenschaftler durch S&uuml;&szlig;stoffe nicht ausgel&ouml;st werden. Mit Ausnahme von Aspartam sowie dem neueren S&uuml;&szlig;stoff Aspartam-Acesulfam-Salz (je 4 Kalorien pro Gramm) sind S&uuml;&szlig;stoffe kalorienfrei und somit bestens f&uuml;r alle Personen geeignet, die <a class=\"lar-automated-link\" href=\"https:\/\/www.ironbody.de\/Sportnahrung\/Fettstoffwechsel-L-Carnitin-Shop\/\" target=\"_self\">abnehmen<\/a> m&ouml;chten. Im Handel werden S&uuml;&szlig;stoffe in Form von Tabletten, Fl&uuml;ssigs&uuml;&szlig;e und Streus&uuml;&szlig;e angeboten. Eine S&uuml;&szlig;stofftablette entspricht einem Teel&ouml;ffel Zucker und ein Teel&ouml;ffel Fl&uuml;ssigs&uuml;&szlig;e vier geh&auml;uften Essl&ouml;ffeln Zucker. Wer zum Beispiel 100 Gramm Zucker durch S&uuml;&szlig;stoff ersetzt, spart schon 400 Kilokalorien ein!<sup>9<\/sup><\/p>\n<p>Auch Light- und Fitness-Getr&auml;nke, Energie- und Fitness-Riegel als Alternative zu kalorienreichen Schoko-Riegeln erm&ouml;glichen den s&uuml;&szlig;en Genuss. Eine &uuml;berh&ouml;hte Energiezufuhr durch zuckerhaltige Lebensmittel und Softdrinks wird auf diese Weise ausgeschlossen. Somit k&ouml;nnen S&uuml;&szlig;stoffe beim <a class=\"lar-automated-link\" href=\"https:\/\/www.ironbody.de\/Sportnahrung\/Fettstoffwechsel-L-Carnitin-Shop\/\" target=\"_self\">Abnehmen<\/a> durch Kalorieneinsparung und dem Einsatz als Geschmacksmittel helfen.<\/p>\n<p>Positiver Nebeneffekt: S&uuml;&szlig;stoffe k&ouml;nnen von Mundbakterien nicht zu zahnsch&auml;digenden S&auml;uren vergoren werden.<\/p>\n<h3>Vorsicht: Alibi-Falle!<\/h3>\n<p>Niemand sollte jedoch glauben, wer S&uuml;&szlig;stoffe statt Zucker verwendet, habe die Gewichtsabnahme quasi bereits in der Tasche. Nicht wenige Leute holen sich n&auml;mlich die beim S&uuml;&szlig;en eingesparten Kalorien bei anderen Speisen und Getr&auml;nken. Mit beruhigtem Gewissen l&auml;sst sich mitunter besser schlemmen&hellip;<\/p>\n<p>Eine dauerhafte Gewichtsreduktion und Gewebestraffung macht eine Umstellung der Lebensgewohnheiten erforderlich. Im Einklang mit einer gesunden Ern&auml;hrung und sinnvollen Nahrungserg&auml;nzungen sollten daher auch sportliche Aktivit&auml;ten ins Auge gefasst werden.<\/p>\n<div class=\"quellen\">\n<p>1 S&uuml;&szlig;stoff aus den <a class=\"lar-automated-link\" href=\"https:\/\/www.ironbody.de\/Sportnahrung\/Aminosaeuren-Shop\/\" 1680  target=\"_self\">Aminos&auml;uren<\/a> Aspargins&auml;ure und Phenylalanin mit einer 200 Mal h&ouml;heren S&uuml;&szlig;kraft als Haushaltszucker; siehe auch http:\/\/www.suessstoff-verband.de\/suessstoffe\/aspartam2 Erster k&uuml;nstlich hergstellter S&uuml;&szlig;stoff (1879) mit einer 550 Mal h&ouml;heren S&uuml;&szlig;kraft als Haushaltszucker; siehe auch <a href=\"http:\/\/www.suessstoff-verband.de\/suessstoffe\/aspartam\">http:\/\/www.suessstoff-verband.de\/suessstoffe\/aspartam<\/a><\/p>\n<p>3&nbsp; Blundell, J. E.; Hill, A. J.: Paradoxical effects of an intense sweeteners (aspartame) on appetite. The Lancet 1 (1986), Seiten 1092 bis 1093<\/p>\n<p>4&nbsp; Rogers, P. J.; Carlyle, J.; Hill, A. J; Blundell,, J. E.: Uncoupling sweet taste and calories. Comparison of the effects of glucose and three intense sweeteners on hunger and food intake in human subjects. Physiol Be- 11. hav 43 (1989), Seiten 547 bis 552<\/p>\n<p>5 Rogers, P. J.; Blundell, J. E.: Separating the actions of sweetness and colories. Effect of Saccharin and carbohydrates on hunger and food intake in human subjects. Physiol Behav 45 (1989), Seiten 1093 bis 1099<\/p>\n<p>6 Rogers, P. J.; Pleming, H. C; Blundell, J. E.: Asparatame ingested without tasting inhibits hunger and food intake. Physiol Behav 47 (1990), Seiten 1239 bis 1243<\/p>\n<p>7 H&auml;rtel B., Graubaum H.-J., Schneider B.; 1993: Einfluss von S&uuml;&szlig;stoff-L&ouml;sungen auf die Insulinsekretion und den Blutglucosespiegel; Ern&auml;hrungs-Umschau 40, Seiten 152 bis 156<\/p>\n<p>8 Von B&ouml;rstel, R. W.: Metabolie and physilogic effects of sweeteners. Clin Nutr 4 (1985), Seiten 215 bis 220<\/p>\n<p>9&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.medizin.de\/gesundheit\/deutsch\/437.htm\">http:\/\/www.medizin.de\/gesundheit\/deutsch\/437.htm<\/a><\/p>\n<\/div>\n<h2>Waschbrettbauch mit Krebs bezahlt?<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-574\" alt=\"sixpack2\" src=\"https:\/\/www.ironbody.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/sixpack2.jpg\" width=\"200\" height=\"143\">K&Ouml;LN. &ndash; Um den Verzehr k&uuml;nstlicher S&uuml;&szlig;stoffe kommt heute kaum einer herum. Viele sind jedoch durch Meldungen &uuml;ber ein erh&ouml;htes Krebsrisiko verunsichert. Ist diese Sorge berechtigt?<\/p>\n<p>DER ERSTE K&Uuml;NSTLICHE S&Uuml;SSSTOFF war Saccharin, das bereits 1879 synthetisiert und w&auml;hrend der Weltkriege eine hohe Verbreitung als Zuckerersatzstoff fand. Doch auch als Zucker keine Mangelware mehr war, hielt sich die Nachfrage nach k&uuml;nstlichen S&uuml;&szlig;stoffen &ndash; jetzt<br>\nals M&ouml;glichkeit, Kalorien einzusparen. In den 50er-Jahren wurde dann auch das deutlich besser schmeckende Cyclamat eingef&uuml;hrt, und in den 80er-Jahren gesellte sich Aspartam dazu. Von diesen drei &auml;lteren S&uuml;&szlig;stoffen grenzt man die S&uuml;&szlig;macher der zweiten Generation ab, zu denen z.B. Acesulfam-K, Sucralose und Alitam geh&ouml;ren. Da auch die neueren S&uuml;&szlig;stoffe h&auml;ufig noch einen st&ouml;renden Beigeschmack haben, werden in den meisten Lebensmitteln S&uuml;&szlig;stoffkombinationen verwendet.<\/p>\n<p>Was ist nun dran an Meldungen &uuml;ber ein angebliches Krebsrisiko durch S&uuml;&szlig;stoffe? Das am besten untersuchte Saccharin l&ouml;st tats&auml;chlich in extrem hohen Dosen bei Ratten Blasenkrebs aus, schreiben Dr. Martin R. Weihrauch und seine Kollegen von der Universit&auml;t K&ouml;ln in der Zeitschrift &bdquo;Medizinische Klinik&ldquo;.<\/p>\n<h3>Kein Zusammenhang zwischen S&uuml;&szlig;stoff und Hirntumoren<\/h3>\n<p>Allerdings reagieren Nagetiere wegen ihrer hohen Urinosmolarit&auml;t allgemein auf Zuf&uuml;tterung von Natriumsalzen wie Natriumsaccharin mit Neubildungen in der Blase &ndash; auch z.B. bei Vitamin C (Natriumascorbat). Blasenkrebs bei Ratten war auch der Grund, warum Cyclamat in den 70er-Jahren in den USA verboten wurde. Nachdem die Kanzerogenit&auml;t bei Labortieren nicht schl&uuml;ssig nachgewiesen wurde, erhielt die Substanz allerdings eine erneute Zulassung. Aspartam galt lange Zeit als nicht Krebs erregend, bis 15 Jahre nach der Zulassung eine Ver&ouml;ffentlichung Aufmerksamkeit erregte, die Aspartam mit der seit seiner Einf&uuml;hrung zunehmenden Rate an Hirntumoren in Zusammenhang brachte. Was in der Laienpresse viel Aufsehen hervorrief, wurde von der Fachwelt schnell als unwissenschaftlich disqualifiziert. Genauso gut h&auml;tte man die steigende Rate an Hirntumoren mit der zunehmenden Verbreitung von Videorecordern oder dem Ozonloch in Verbindung bringen k&ouml;nnen, meinten die Kritiker. In Fallkontrollstudien wurde ein erh&ouml;htes Hirntumor-Risiko durch Aspartamverzehr nicht best&auml;tigt. Die S&uuml;&szlig;stoffe der zweiten Generation sind bisher noch nicht mit einem Krebsrisiko in Zusammenhang gebracht worden.<\/p>\n<h3>Was sagen epidemiologische Studien?<\/h3>\n<p>Alle gr&ouml;&szlig;eren Studien untersuchen den S&uuml;&szlig;stoffgebrauch allgemein und nicht die Einzelsubstanzen. Die aktuellste Fallkontrollstudie umfasst 1860 Patienten mit Blasenkrebs und 3934 Kontrollpersonen. Tats&auml;chlich fand man hier ein leicht erh&ouml;htes relatives Risiko von 1,3 bei hohem S&uuml;&szlig;stoffgebrauch (> 1,68 Gramm pro Tag). In der gleichen Gr&ouml;&szlig;enordnung erh&ouml;hte jedoch auch der Genuss von mehr als 50 Tassen Kaffee pro Woche und ein bis zwei Harnwegsinfekte in der Anamnese das Blasenkrebsrisiko.<\/p>\n<div class=\"quellen\">Quelle: MTD, Ausgabe 10\/2002 Seite 10, Martin R. Weihrauch (MW) et aL; Medizinische Klinik 2001; 96: Seiten 670 bis 675<\/div>\n\n\n","protected":false,"gt_translate_keys":[{"key":"rendered","format":"html"}]},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Thema S&uuml;&szlig;stoffe gibt es unz&auml;hlige Meinungen und Erkenntnisse. F&uuml;r die Einen sind S&uuml;&szlig;stoffe krebserregend und Ausl&ouml;ser f&uuml;r Hungerattacken. In der Wissenschaft jedoch gibt es f&uuml;r die derartige Behauptungen keine uns bekannten wissenschaftlichen Beweise. Ganz im Gegenteil. Uns liegen Studienergebnisse vor, dass S&uuml;&szlig;stoffe nicht den Insulinspiegel anheben und auf diese Weise Hunger erzeugen. 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